Davensberg - Das Tor zur Davert

Die Davert - Naturschutzgebiet und Pättkestouren

Altes Hüte und Weideland

Burg und Freiheit Davensberg sind in das waldreiche Niederungsgebiet der Davert hineingerodet worden.

Obwohl sich geologisch-geographisch die Flachsenke der Davert über ein viel größeres Gebiet erstreckt, bezeichnet man als "Davert" im wesentlichen das Gebiet der ehemaligen Jagdgrenzen des Hauses Davensberg.

Das Gebiet der Davert erstreckt sich im Osten bis an die parallel zur Bundesstraße 54 verlaufende Rinkeroder Landwehr


Morastiger Teich in der Davert

Im Süden dehnt sich die Davert aus bis zur Linie Haus Borg bei Rinkerode-Davensberg-Ottmarsbocholt und im Westen bis zur Linie Ottmarsbocholt-Venne, während die nördliche Begrenzung in der Amelsbürener Bauerschaft Sudhoff an der Wirtschaft Wittlerbaum vorbei auf Gut Heithorn zu verläuft. Diese viel engere historisch-topographische Abgrenzung, die das Venner Moor und die Hohe Ward nicht mit einbezieht, stimmt ziemlich genau mit den ehemaligen Jagdgrenzen des Hauses Davensberg überein.

 


Alter Schlagbaum
Das unwegsame, teils sumpfige, teils sandige Gebiet der Davert ist bis weit in das 19. Jahrhundert hinein unbesiedelt geblieben und auch heute noch auffallend siedlungsarm.

Die fast 14.000 Morgen große Davertmark lieferte den ersten Besiedlern einst Weide für Hornvieh und Pferde, Mast für die Schweine und ebenso Bau-, Brenn- und Nutzholz.

Die Zugänge zur Davert waren durch Schlagbäume gesperrt, von denen die bekanntesten der Schimmelbaum bei Ottmarsbocholt, der Wittlerbaum und der Kannenbaum bei Amelsbüren waren.


 
Erwähnung erstmals 1176
 
Der Name Davert tritt erstmals 1176 auf. Bereits die ältesten Zeugnisse machen deutlich, daß die Davert ein Waldgebiet und gleichzeitig ein Forstbezirk gewesen ist. Als die Davert im Jahre 1841 aufgeteilt wurde, umfaßte ihre Gesamtfläche rund 14.000 Morgen. Davon entfielen über 8.000 Morgen allein auf Holzungen, die übrigen 6.000 Morgen aus sumpfigen Stellen, Heide und Weidegründen. Die Davertgenossenschaft, die nach der Teilung der Davert ab 1841 die Kultivierung des Gebietes übernahm, sorgte erst für die Anlegung der Wirtschaftswege und der Wasserabzugsgräben dieser unzugänglichen Landschaft. Die Genossenschaft wurde 1969 aufgelöst, deren Aufgaben gingen an die fünf "Davertgemeinden" Amelsbüren, Ascheberg, Ottmarsbocholt, Rinkerode und Venne über.
Kapelle auf dem Hof
Schulze Pellengahr

 


 
Europäisches Naturschutzgebiet

Die Teufelseiche nahe dem Hof
Schulze Pellengahr - seit Jahren
Naturdenkmal ist sie der wohl
älteste Baum in der Davert
Heute ist die Davert ein Naturschutzgebiet und Naherholungsgebiet insbesondere für den Wirtschaftsraum Münster sowie das nördliche Ruhrgebiet. Besonders beliebt sind dabei Radwandertouren rund um Davensberg, das sich nicht umsonst "Tor zur Davert" nennt. Auf den "Pättkes", wie die kleinen Waldwege heißen, läßt es sich hervorragend fahren und wandern. Eine gute Gelegenheit, die Davert näher kennenzulernen ist auch der jährliche "Große Davensberger Wander- und Radwandertag", der immer am 1. Wochenende im September stattfindet. Insgesamt stehen alleine im Bereich Davensberg über 40 km an Wander- und Radwanderwegen ständig zur Verfügung.

 


 
Sümpfe, Spuk und Aberglauben


Nach dem Volksglauben war die Davert mit der Burg Davensberg von jeher eine unheimliche Waldgegend, eine Stätte der Angst und des grausigen Schreckens.

Das unzugängliche Land, umnebelte Sümpfe, Moore, Raubritter, der klagende Ruf des Kiebitz und das Krächzen der schwarzen Raben boten sicherlich gute Grundlagen für viele gruselige Geschichten und Sagen.