Davensberg - Das Tor zur Davert

Burgturm - Einst Wehrturm und heute Heimatmuseum

Sitz der Ritter von Davensberg und heute "Sprechendes Denkmal"
Im Jahre 1256 wird Davensberg erstmals urkundlich erwähnt, als "Hermann von Meinhövel", der sich von "Daverenberg" nannte, als Zeuge in einer Urkunde des Bischofs von Münster auftritt.

Die wahrscheinlich erst um 1250 von den Meinhövel errichtete Burg wird 1263 erstmals erwähnt. Sie gelangt 1320 durch Heirat der Erbtochter an die Edelherrenfamilie von Büren, die um 1360 auch den Gesamtbesitz erwirbt. Im 14. Jahrhundert bildet sich um die Burg, die durch den Emmerbach und das undurchdringliche Waldgebiet der Davert geschützt ist, eine kleine Handwerkersiedlung.

Noch vor 1500 wird die Burg dann durch Balthasar und dessen Sohn Johann von Büren großzügig ausgebaut. Aus dieser Zeit stammt der allein erhaltene Turm und die 1510 geweihte Kapelle St. Anna.
Der Burgturm wird in drei Ebenen angelegt, ganz oben das Kaminzimmer, in der Mitte ein Gefängnis und darunter das Verließ. Im Jahre 1589 geht die Burg an die Familien Wolf zu Füchteln und Morrien zu Nordkirchen über, 1736 dann ganz an die Morrien. Um 1750 setzt der allmähliche Verfall der nur noch von Nordkirchen aus verwalteten Burg ein.

 
Weitere Links zur Burg Davensberg

 
Führungen durch den Burgturm
Heute ist im Burgturm das Heimatmuseum des Heimatvereins Davensberg untergebracht. Der Heimatverein Davensberg bietet Führungen an, nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des Heimatvereins zu Burgturmbesichtigungen.

 
Blick in das Kaminzimmer
Außen am Turm führt eine Treppe in das obere Geschoß des Burgturmes: Ein schönes Sterngewölbe mit 6 Hauptrippen und einem Kamin mit gothischen Formen erwarten hier den Besucher.

Das Baudatum des Turms ergibt sich aus den beiden am Kamin angebrachten Allianzwappen. Sie zeigen links den Bürenschen Löwen, rechts die drei Adler der Familie von Coevorden.
Sie können frühestens 1521, dem Datum der Eheschließung des Johann von Büren mit Maria von Covoerden, angebracht worden sein. Zum Zeitpunkt der Errichtung des Turmes um 1530 waren diese Herren die Besitzer der Burg Davensberg.

 
Folterkammer und Hexenstock
Im Laufe seiner langen Geschichte diente der Burgturm in Davensberg auch als Gefängnis, dies vor allem in der Zeit der Hexenverfolgungen. Davensberg war der Sitz des Goggerichtes zu Werne und so fanden hier auch zahlreiche Prozesse gegen Hexen und Zauberer statt.
Bei dem bettähnlichen Möbel, das in der ehemaligen Folterkammer über dem Verließ aufbewahrt wird, handelt es sich um ein im mittelalterlichen Strafvollzug weitverbreitetes Folterwerkzeug, dem sogenannten "Stock". Gefertigt aus schwerem Eichenholz, diente es der Festsetzung Gefangener.

Aus Anlaß des 400. Geburtstages des Dichters, Priesters und Kämpfers gegen den Hexenwahn, Friedrich Spee von Langenfeld, war das Folter- bzw. Streckbett im Jahre 1991 zunächst in der Stadtsparkasse Düsseldorf und anschließend im Kloster Kamp-Lintfort ausgestellt.

 
Wirkungsstätte von Friedrich Press
Der in Ascheberg geborene Bildhauer Friedrich Press (07.09.1904-05.02.1990) hatte im Burgturm Davensberg von 1931 bis 1935 sein erstes Atelier.

Am 24.05.1985 wurde Friedrich Press das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Ascheberg verliehen. Weitere Informationen zum Leben und Wirken von Friedrich Press finden Sie im Archiv.

 


Friedrich Press
(07.09.1904-05.02.1990)